Wie funktioniert eine Wettbörse?
Wer sich für eine bestimmte Sportart interessiert, die Entwicklungen an der Börse genau beobachtet oder sich über politische Themen, wie z.B. die amerikanische Präsidentschaftswahl, genau informiert, besitzt irgendwann sehr viel Hintergrundwissen. Mit diesem Wissenskönnte man auf die Idee kommen, sein Wissen einzusetzen, um auf den Ausgang bestimmter Ereignisse, wie z.B. ein Fußballspiel, die Entwicklung eines Aktien-Indexes oder den Ausgang einer Wahl, zu wetten.
Dazu gibt es, besonders im Internet, Wettbörsen, bei denen man Gleichgesinnte findet, die bereit sind, die Wette dagegen zu halten. Die Abwicklung einer solchen Wette erfolgt über eine Wettbörse. Dazu muss man sich zunächst die Frage stellen: Wie funktioniert eine Wettbörse?
Diese Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten, denn eine Wettbörse funktioniert wie eine Wette zwischen zwei Privatpersonen. Das ist auch der große Unterschied zu einem professionellen Buchmacher, der sonst auf der anderen Seite steht. Die Wettbörse nimmt dabei die Funktion eines Treuhänder ein, der die Wetteinsätze entgegennimmt, aufbewahrt und anschließend an den Sieger der Wette wieder auszahlt. Für diese Treuhänder-Funktion erhält die Wettbörse eine Gebühr, die vom Gewinn abgezogen wird. Der Verlierer der Wette verliert also nur seinen Einsatz und muss keine Gebühr bezahlen. So einfach lässt sich die Frage: „Wie funktioniert eine Wettbörse?“ beantworten.
Die Geschichte der Wettbörsen ist noch gar nicht so alt. Im Jahr 2000 gab es im Internet mit der englischen Seite flutter.com die erste Wettbörse dieser Art. Das besondere daran war, dass hier nicht eine Privatperson gegen einen Buchmacher gewettet hat, sondern es wettete eine Privatperson gegen eine andere Privatperson.
Eine weitere Antwort auf die Frage: „Wie funktioniert eine Wettbörse?“ liegt in der Erklärung der Wettquoten. Während bei einem Buchmacher Quoten vorgegeben werden, die der Buchmacher unter Einrechnung seines eigenen Gewinns berechnet hat, geben bei einer Wettbörse die Teilnehmer die Quoten selbst an. Auch für die Höhe des Einsatzes gibt es keine Vorgaben, die Teilnehmer müssen nur jeweils jemanden finden, der bereit ist, die angebotene Wette genau so anzunehmen. Somit kann jeder Teilnehmer selbst entscheiden, ob er Buchmacher, auch Layer genannt, oder Spieler, auch Punter genannt, sein möchte.
Auch bei den Wetten unterscheidet man bei einer Wettbörse zwischen Lay-Wetten und Back-Wetten. Ein Teilnehmer kann eine Wette auf das Eintreten eines bestimmten Ereignisses anbieten und die Quote selbst festlegen, also wie ein Buchmacher handeln. Dann spricht man von einer Lay-Wette. Nimmt man dagegen die Wette zu dieser Quote an und wettet gegen das Eintreten des Ereignisses, handelt es sich um eine Back-Wette.