Massenverhalten beim Sportwetten

Sowohl Laien wie auch einige Profis im Bereich Sportwetten sind der festen Überzeugung, dass die Quoten eines bestimmten Sportereignisses einzig und alleine vom Buchmacher abhängen. Nach seinen Rechenformeln und persönlichen Einschätzungen bestimmt alleine dieser die Quoten auf Spielausgänge oder für Sonderwetten. Dass man dies als einzelner Wetter nicht zu seinen Gunsten beeinflussen kann, ist selbstverständlich, dennoch kann das Massenverhalten beim Sportwetten durchaus für Veränderungen in den Quoten sorgen. Verhaltensweisen, die man letztlich für den eigenen, finanziellen Erfolg mit etwas Glück ausnutzen kann.

Unter allen Sportwettern gibt es letztlich zwei unterschiedliche Vorgehensweisen bei einer Wette: Laien bevorzugen eher das Tippen aus dem Gefühl und der Intuition heraus, während professionelle Wetter ähnlich wie die Buchmacher ihre Rechenmodelle durchspielen und so auf eine andere Quote und Wahrscheinlichkeit des Sieges eines Teams kommen als es der Buchmacher tut. Dieser besitzt zwar im Regelfall viel Berufserfahrung, immer wieder kommt es jedoch zu Situationen, dass die von ihm vergebenen Quoten von der Masse der Sportwetter nicht geteilt werden.

Ein klassischer Fall, wo das Massenverhalten beim Sportwetten deutlich wird, sind Spiele vor dem Erwartungs-Hintergrund “David gegen Goliath” oder auch “Favorit gegen Underdog“. Besitzt ein Team oder ein Spieler die augenscheinliche Favoritenrolle, ist es für den Buchmacher oftmals schwierig einzuschätzen, mit welcher Quotenhöhe er diese zum Ausdruck bringen kann. Wählt er die Quote zu niedrig, werden sich unzählige Wetter auf den somit äußerst lukrativen Sieg des Außenseiters stürzen. Setzt er die Quote des Favoriten hingegen zu hoch an, werden hier die Massen gerne auf den Favoriten setzen, weil dessen Wettquote attraktiv hoch erscheint.

Das Massenverhalten beim Sportwetten kann also erst dann auf die Quote Einfluss nehmen, wenn bereits eine Menge von Wettern auf ein Sportereignis gesetzt haben. Da der Buchmacher letztlich die Aufgabe verfolgt, für seinen Arbeitgeber ebenfalls einen möglichst großen Gewinn zu erzielen, wird dieser in nicht wenigen Fällen die ausgegebenen Quoten ggf. noch einmal nachkorrigieren. Für den erfahrenen Sportwetter, der so vom Massenverhalten beim Sportwetten profitieren möchte, empfiehlt es sich also, ruhig mit der Wettabgabe bis kurz vor Beginn des Sportereignisses zu warten. Vor allem gilt dies, wenn man beim abzugebenden Tipp eher einen Außenseiter als potentiellen Sieger sieht.

Das Massenverhalten kann so, je nach Handlungsspielraum des Buchmachers, noch einmal für die Erhöhung der Außenseiterquote sorgen - der eigene Gewinn würde hierdurch steigen. Eine saubere Analyse eines Sportereignisses und die rechnerische Ermittlung eigener Wahrscheinlichkeiten sind jedoch Grundvoraussetzung, um von möglichen Änderungen durch das Massenverhalten zu profitieren und einen höheren Gewinn einzufahren.

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